Technologie & Innovation

Wie KI die Dokumentationspflicht im Sicherheitsgewerbe verändert

Die private Sicherheitswirtschaft in Deutschland befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. KI spielt dabei eine wachsende Rolle – insbesondere bei der Dokumentation, die traditionell zu den zeitaufwändigsten und fehleranfälligsten Aufgaben im Betrieb gehört.

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Oliver Jordan
15. Juli 20268 Min. Lesezeit
Wie KI die Dokumentationspflicht im Sicherheitsgewerbe verändert

Die private Sicherheitswirtschaft in Deutschland befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Umsatzwachstum, steigende Anforderungen der Auftraggeber und ein anhaltender Fachkräftemangel zwingen die Branche zur Modernisierung.

Der Markt wächst – und mit ihm der Dokumentationsaufwand

Die Lünendonk-Studie 2025 zeichnet ein klares Bild: Die 25 führenden Sicherheitsdienstleister erzielten im Geschäftsjahr 2024 zusammen einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro – ein Wachstum von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2027 bis 2029 prognostiziert die Studie ein durchschnittliches Wachstum von 8,5 Prozent pro Jahr.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen der Auftraggeber: 67 Prozent erwarten messbare Kosteneinsparungen durch Digitalisierung, und 52 Prozent fordern mehr Transparenz über digitale Dokumentationssysteme.

Der Status quo: Digitalisierung mit Lücken

Laut Lünendonk-Studie 2025 setzen bereits 50 Prozent der Top-25-Sicherheitsdienstleister auf Robotik oder digitale Lösungen. Doch der PwC FM Monitor 2025 stellt fest: Nur 2 Prozent der Befragten setzen KI regelmäßig ein, 65 Prozent nutzen sie überhaupt nicht.

Was KI in der Dokumentation konkret leistet

Spracherkennung und -verarbeitung. Moderne KI-Systeme können gesprochene Sprache mit hoher Genauigkeit in Text umwandeln – auch bei Hintergrundgeräuschen, Dialekten und Fachbegriffen.

Strukturierung und Klassifizierung. KI kann unstrukturierte Sprachinhalte in strukturierte Dokumente überführen: Datum, Uhrzeit, Objekt, Mitarbeitender, Vorfallsart, ergriffene Maßnahmen.

Qualitätssicherung. KI-Systeme können Berichte auf Vollständigkeit prüfen, fehlende Pflichtfelder identifizieren und Inkonsistenzen markieren.

Archivierung und Abruf. Automatisch erstellte Berichte können direkt in revisionsfähiger Form archiviert werden.

Die Zeitersparnis in Zahlen

SzenarioZeitaufwand pro BerichtKosten bei 100 Berichten/Monat
Manuelle Dokumentation20–30 Minuten600–950 €
KI-gestützte Sprachdokumentation< 2 Minuten< 60 €
Ersparnis> 18 Minuten> 540 € / Monat

Anforderungen an KI-gestützte Dokumentationssysteme

DSGVO-Konformität. Das System muss auf EU-Servern betrieben werden, AVVs müssen vorliegen.

Revisionsfähige Ausgabe. Die generierten Berichte müssen unveränderlich archiviert werden können.

Integration in bestehende Prozesse. Das System muss sich in die vorhandene Infrastruktur integrieren lassen.

Benutzerfreundlichkeit. Das System muss ohne Schulungsaufwand nutzbar sein – idealerweise über WhatsApp.

Die strategische Dimension

Die Lünendonk-Studie 2025 zeigt: Bei Sicherheitstechnik sind 38 Prozent der Anbieter sehr optimistisch. Bei klassischen Sicherheitsdienstleistungen ohne Technologiekomponente sind nur 8 Prozent sehr optimistisch. Technologie ist kein Nice-to-have mehr – sie ist die Eintrittskarte für die nächste Wachstumsphase.

Fazit

KI verändert die Dokumentationspflicht im Sicherheitsgewerbe durch schrittweise Automatisierung der mühsamsten und fehleranfälligsten Aufgaben. Die Technologie ist verfügbar, die Amortisationszeit ist kurz, und die strategischen Vorteile sind messbar.

Quellen: Lünendonk-Studie 2025; PwC FM Monitor 2025; GEFMA Trendreport 2025; BDSW/ver.di Tarifvertrag 2026

Aus Sprachnotiz wird Prüfbeweis

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